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Gefährdete Geflüchtete schnell sicher unterbringen

Besondere Gefahr durch Corona in Gemeinschaftsunterkünften. SPD kritisiert Untätigkeit der Stadtverwaltung. Risikogruppen brauchen eigene Wohnungen. 

Für in Gemeinschaftsunterkünften lebende Geflüchtete besteht ein hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Die SPD-Fraktion fordert deshalb, dass zumindest alle zu Risikogruppen gehörenden Menschen in eigene, sichere Wohnungen umziehen können. Dies fordern auch der Integrationsrat und viele Initiativen für Geflüchtete. Erst am Wochenende wurde bekannt, dass Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft in Porz-Lind positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Dort konnte durch die Unterbringung in abgeschlossenen Wohneinheiten der Corona-Ausbruch auf drei Familien begrenzt werden. Bei einer zweiten Corona-Infektionswelle im Herbst oder Winter besteht die große Gefahr, dass sich die Gesundheitssituation in den Unterkünften deutlich verschlechtert.

Die SPD-Fraktion hat das Thema in den Hauptausschuss eingebracht. Die Antwort der Verwaltung fiel aber mehr als dürftig aus: Sie lehnt alle berechtigten Forderungen der SPD ab.

Dazu SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Joisten: „Die Begründung der Verwaltung beruht auf dem Prinzip Hoffnung. Damit macht sie es sich viel zu einfach. In der Unterkunft in Lind gibt es jetzt eine Kollektivquarantäne – gegen den Rat aller Expertinnen und Experten. Besonders schutzbedürftige Personen wie Kinder und Schwangere mussten in aller Eile in andere Unterkünfte verlegt werden. Aber was, wenn sich dort ebenfalls Menschen infizieren? Die Verwaltung darf nicht länger die Augen vor der Realität verschließen, sie muss zumindest den Risikogruppen sofort eigene, sichere Wohnungen bereitstellen. Nur so wird die Ansteckungsgefahr für diese besonders gefährdeten Gruppen minimiert.“

SPD-Anfrage und Antwort der Verwaltung zum Thema:

https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=781124&type=do&

https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=781339&type=do&

Änderungsantrag zu einer Verwaltungsvorlage zum gleichen Thema:

https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=781474&type=do&