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Neue Initiative für Finkenberg: Runder Tisch „Jugend in Beschäftigung“

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Der Porzer Stadtteil Finkenberg ist ein bunter und facettenreicher Stadtteil, dessen Bewohner mit sehr unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen in ebenso unterschiedlichen Wohnumfeldern leben: Von der Einfamilienhaussiedlung über gute verwaltete und gepflegte Wohnanlagen bis zu runtergekommenen Wohnblöcken reicht hier die Palette. Leider prägen gerade die letztgenannten Areale von Finkenberg auch den Ruf dieses „Veedels“, welches durch einzelne Gewalttaten oder temporär überbordende Vermüllung immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen gerät. Dieses Umfeld prägt in vielerlei Hinsicht auch die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, teilweise mit erheblichen Folgen vor allem für die beruflichen Perspektiven.

Nach einigen dramatischen Zwischenfällen im vergangenen Jahr hatten sich das örtliche Ratsmitglied Monika Möller und der integrationspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Christian Joisten, mit wichtigen Akteuren des Stadtteils zusammen gesetzt, um über neue Perspektiven für diesen Stadtteil nachzudenken. In diesem Gespräch u.a. mit dem Sozialraumkoordinator, dem Bezirkspolizisten und dem Leiter der örtlichen Jugendeinrichtung wurde vor allem deutlich, dass für viele Jugendliche der Übergang von Schule in Beruf bzw. Ausbildung eine große Hürde darstellt. Zwar gelingt es, auch dank des großen Engagements der Gesamtschule und der Jugendhilfeträger vor Ort, immer mehr Jugendliche zu einem Schulabschluss zu führen, allerdings verlaufen die anschließenden Bewerbungen aufgrund fehlender Bestnoten und auch wegen einer problembeladenen Wohnadresse meist frustran.

 Um diese Logik zu durchbrechen, schlug Christian Joisten seinerzeit vor, sich mit allen relevanten Akteuren, wie der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, den örtlichen Handwerkern, dem Job-Center, den lokalen Jugendhilfe- und Schulstrukturen etc. an einen Tisch zu setzen, um nach passgenauen Lösungen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Finkenberger Jugend zu suchen.

„Bei einem engen Zusammenspiel zwischen den Wegbegleitern der Jugendlichen in Schule und Jugendeinrichtung auf der einen Seite sowie motivierten und engagierten Arbeitsgebern bzw. Ausbildern auf der anderen Seite, muss es doch zu schaffen sein, diesen jungen Menschen eine Chance zu geben“ beschreibt Christian Joisten die Idee hinter seinem Vorschlag. „Denn der Pädagoge im Jugendzentrum, der einen Jugendlichen über Jahre hinweg begleitet, unterstützt und immer wieder motiviert hat, kennt die Potentiale dieses Jugendlichen mit am besten und weiß diese einzuschätzen. Und wenn dieser Pädagoge einem potentiellen Arbeitgeber im persönlichen Gespräch die Stärken und Schwächen dieses Jugendlichen glaubhaft darstellen und etwaigen Unterstützungsbedarf aufzeigen kann, wächst sicherlich die Bereitschaft, bei der Einstellungsentscheidung weniger Wert auf formelle Aspekte wie Schulnoten zu legen. Und die ganz praktische Erfahrung zeigt, dass gerade solche Mitarbeiter besonders engagiert an die Arbeit gehen und sich mit ihrem „chancengebenden Betrieb“ ganz besonders identifizieren“ so Joisten weiter.

Nachdem es immer wieder zu personellen Veränderungen und Zuständigkeitsverschiebungen bei den vorgesehenen Institutionen gekommen war, konnte nun endlich ein erster Termin des Runden Tisches „Jugend in Beschäftigung“ für Finkenberg in der zweiten Novemberhälfte abgestimmt werden.

Neben den bereits genannten Akteuren konnten auch noch weitere Träger im Bereich Arbeitsmarktintegration sowie die Stiftung „Ein Herz lacht“ als Unterstützer gewonnen werden.

„Ich freue mich sehr über diese Initiative für Finkenberg und ganz besonders über die bereits jetzt erkennbare Bereitschaft, den vielen Potentialen, die Finkenberg unzweifelhaft hat, eine Chance zu gegeben“ freut Monika Möller. „Meinem Ratskollegen Christian Joisten danke ich dabei für die Initiative und tatkräftige Unterstützung!“