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Neue Standorte in Porz: Hallen in Leichtbauweise zur Flüchtlingsunterbringung

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Die Stadt Köln muss weitere Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen, um Ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Flüchtlingsunterbringung nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz nachkommen zu können. Gleichzeitig soll so schnell wie möglich die Anzahl der vorübergehend zur Flüchtlingsunterbringung genutzten Turnhallen im Kölner Stadtgebiet verringert werden. Dazu ist es erforderlich, zeitnah eine Vielzahl größerer, temporärer Standorte zur Unterbringung von Geflüchteten zu verwirklichen.
Deshalb hat die Verwaltung in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von potentiellen Flächen geprüft und insgesamt 18 Flächen als grundsätzlich geeignet identifiziert, um auf diesen zeitlich befristete Unterkünfte errichten zu können. Dabei soll eine möglichst große Zahl von Plätzen bereitgestellt werden um den erforderlichen Zeitraum für die Entwicklung und Realisierung von Standorten für dauerhaftes Wohnen zu überbrücken und eine schnelle Räumung der Turnhallen zu erreichen.
Konkret geht es daher in erster Linie um Standorte, an denen Hallen in Leichtbauweise errichtet werden sollen. Dabei entstehen insgesamt 5 Hallen, von denen vier die bis zu 400 Menschen beherbergen während die fünfte Halle als Speise- und Aufenthaltsbereich ausgebaut wird.
 
In Porz werden von der Verwaltung für diesen Zwck folgende zwei Standorte vorgeschlagen:
– auf dem städtischen Grundstück Aloys-Boecker-Straße/Frankfurter Str., 51147 Köln-Lind
Karte Flächenamrkierung Leichtbauhalle Lind_20160605
– auf dem städtischen Grundstück Antoniusstraße/Am Hühnerweg, 51147 Köln Urbach
Karte Flächenamrkierung Leichtbauhalle Urbach_20160605
 
Zu dem Standort in Lind ist anzumerken, dass auch die Fläche Nibelungenstr./Am Lindner Kreuz geprüft wurde, also jene Fläche auf der zukünftig auch Wohnbebauung entstehen soll und daher ein Bebauungsplanverfahren begonnen wurde.
 
In Kenntnis der örtlichen Verhältnisse habe ich sehr früh auf die Verwaltung eingewirkt, um den nun vorgeschlagenen Standort schräg gegenüber des Möblehauses Porta in Lind entsprechend zu priorisieren – mit Erfolg, wie wir der Vorlage entnehmen können!
 
Die Fläche in Urbach befindet sich ebenso wie der Linder Standort in einem Gewerbegebiet, dass zwar erschlossen aber bisher nicht bebaut wurde. Die Halle dort wird auf einem Streifen entlang der Kennedyallee erbaut, so dass ein gewisser Abstand zur Wohnbebauung besteht.
 
Beide Standorte sind unter integrationspolitischen Gesichtspunkten deutlich suboptimal, da sich diese weit außerhalb der jeweiligen Ortszentren mit entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten befinden, allerdings muss dies leider hingenommen werden,  da die Unterbringung in Turnhallen zu Lasten des Sports dringend beendet und gleichzeitig die Unterbringungssituation für die Flüchtlinge ebenso dringend verbessert werden muss. Und diese Verbesserung wird in erster Linie in der Schaffung von Privatssphäre innerhalb der Hallen bestehen – zwar nicht deckenhoch und somit unter Lärmgesichtspunkten nicht optimal, aber immerhin deutlich mehr als in den Turnhallen, in denen bis zu 200 Betten nebeneinander stehen.
 
Und ein letzter Hinweis sei erlaubt: In Ostheim sind seit ca. einem viertel Jahr bereits 400 Menschen in Hallen in Leichtbauweise untergebracht. Nach anfänglich vereinzelten Protesten, hat sich die Situation seit Bezug der Einrichtung völlig entspannt so dass es zu keinerlei ernsthafter Beeinträchtigung der Nachbarschaftssituation kommt.
 
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch in Porz-Zündorf noch weitere Unterbringungskapazitäten eingerichtet werden. Dort wird die Unterkunft am Loorweg, welche in Systembauweise  mit einem durchaus vernünftigen Wohnungsstandard  errichtet wurde, um einen weiteren Bau für bis zu 72 Flüchtlinge ergänzt.
 
Selbstverständlich stehe ich aber allen Bürgerinnen und Bürgern in Lind und Urbach für Rückfragen oder ergänzende Erläuterungen zur Verfügung!